12. Die Schönheit des Nils
Es gibt Inseln und Landzungen und Bäche, genau wie am Meer, und manchmal, wenn der Wind gegen den Strom bläst, ist es nicht mehr der gemächliche Nil, sondern ein sehr stürmischer See, mit weißen Pferden und turbulenten kleinen Wellen. Aber er ist immer schön. Und im allgemeinen verdankt er die Gemächlichkeit den Farben – es sind nur zwei oder drei Brauntöne, die sich allerdings genug abwechseln, dass es nicht langweilig wird – die braune Wüste, die braunen Pyramiden, der braune Nil. Bisher scheint nur wenig zu wachsen außer Mais. Dies ist ein sehr dummer Brief, meine lieben Freunde. Aber in einem Dahabieh überkommt einen eine Art Stumpfsinn. Wenn man auf dem Diwan liegt und langsam dahintreibt und das Ufer sachte an einem vorüberzieht, fühlt man sich, als würde man von einem unbekannten Fluß an eine unbekannte Küste getragen werden und alles, was man je kannte, für immer verlassen – ein geheimnisvolles Gefühl überkommt einen, als wäre es der Weg in eine andere Welt, die unsichtbare Re...