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5. Kairo (3)

Wir hatten eine herrliche Woche in Kairo. Ich wünschte, wir würden länger bleiben. Vor allem die Fahrten (Ritte?) durch die Straßen sind so wunderbar, daß man es nie müde wird. Und dann die vergitterten Fenster, Perlen der maurischen Architektur an jeder Ecke, der Blick hinauf zum blauen Himmel und dem goldenen Sonnenlicht, die Brunnen und Basare, die Straßen sind überdacht, und wenn man über den Kauf eines Paars gelber Schuhe verhandelt, sieht man eine Straßenecke mit einem Bogen in maurischem Stil, und das Sonnenlicht fällt durch die quadratischen Löcher des Daches, das die Straße abschirmt, oder man schaut in einen Innenhof, wenn man einen Teppich braucht, und sieht die Schneider auf Tischen sitzen. Die Wände sind mit Laubsägearbeiten verziert. Wenn man im Mondschein nach Hause fährt (reitet?) , sitzt der Türke im Schneidersitz unter einem niedrigen Bogen, jede Ecke ist schön wie ein Bild, und kein Bild kann einen Eindruck von den Farben geben. Aber man zahlt einen Preis für den A...

1. Alexandria (10)

Aber dann – die Frauen! Der riesige Harem besteht aus zweihundert oder dreihundert Ehefrauen und vier oder fünf Kindern, aber sie ist weder Ehefrau noch Mutter, denn sie darf sich nicht in Anwesenheit ihres Sohnes hinsetzen, ihr Mann ist ihr Herr und Meister und ihre einzige Beschäftigung besteht darin, sich schön zu machen und die anderen zu übertreffen. Seine wirkliche Ehefrau wird sie nur, wenn ihm danach ist – sie bekommt ein Papier, auf dem steht, daß er sie für eine bestimmte Summe, ein paar Piaster, wegschicken kann. Dann ist sie zufrieden in dem Glauben, daß ihr das Tor zum Paradies offensteht – ihr, der Frau, die mehr zu leiden hat als der Mann, sowohl im Herzen als auch im Geist und Körper. Die einzige Beschäftigung der Haremsdamen – außer der Verschönerung – ist Politik, und jede Politik wird von ihren Intrigen bestimmt. Jeder Mann geht mit Geschenken zu ihnen. Aber von Artim Bey bis hinunter zum niedrigsten Kadi wird alle Politik mit Geld gemacht. Der Kadi (der Richter) be...